Betriebliches Eingliederungsmanagement für KMU´s (kleine und mittlere Unternehmen)

Das Deutsche Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung (DNBGF) in Berlin hat ein sehr interessantes Positionspapier zum Thema: Klein-gesund-wettbewerbsfähig: „Betriebliche Gesundheitsförderung in Kleinbetrieben stärken“ veröffentlicht.

Hier wird auf die Bedeutung von Klein- und Mittelständischen Unternehmen in Bezug auf Wachstum und Beschäftigung hingewiesen.“40% der Beschäftigten in Deutschland arbeiten in Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten und 95,5% aller Betriebe sind Kleinst- und Kleinbetriebe.“

Allerdings fallen nur 21% der Aktivitäten der Krankenkassen bzgl. des Betrieblichen Gesundheitsmanagements  in diesen Bereich.

Potenziale des Betriebliche Eingliederungsmanagements (BEM) in Klein- und Mittelständischen Unternehmen

Ich möchte diese Problematik speziell für das Thema des Betrieblichen Eingliederungsmanagements „unter die Lupe nehmen“.

  1. Möglichkeiten der Beratung von Klein- und Mittelständischen Unternehmen

Gerade in kleineren Betrieben stellt es oftmals ein Problem dar, wenn ArbeitnehmerInnen krankheitsbedingt ausfallen. Ersatz  zu finden für ArbeitnehmerInnen in Schlüsselpositionen ist oftmals sehr viel schwieriger als in mittelständischen und Großbetrieben. Oftmals ist hier das Erfahrungswissen gebunden an einzelne Mitarbeiter. Lücken, die durch die oftmals nicht planbare Abwesenheit von erkrankten Mitarbeitern entstehen können nur schwer kurz und mittelfristig gefüllt werden.

Häufig fehlen den Klein- und auch Mittelständischen Unternehmen die personellen Kapazitäten, die Zeit und auch das Wissen um ein BEM geplant, strukturiert und nachhaltig ein- und durchzuführen.

Denkbar ist hier die Unternehmen durch eine sehr individuelle Ansprache und Beratung zu unterstützen, aber auch dem Modell von Netzwerken und Verbundberatungen kommt eine hohe Bedeutung zu.

Wichtig erscheint mir hier auch auf die bei Klein- und Mittelständischen Unternehmen vorhandenen Ressourcen und Potenziale für eine erfolgreiche Implementierung eines BEM hinzuweisen.

Das BEM ist aus meiner Sicht immer als wichtiger Baustein in einem Konzept des betrieblichen Gesundheitsmanagements zu sehen. Oftmals ist ein strukturiertes, verankertes und durchgeführtes BEM ein bedeutsamer Ansatzpunkt und Grundstein für ein erfolgreiches auf das Unternehmen zugeschnittenes Betriebliches Gesundheitsmanagement.

2. Ressourcen und Potenziale von KMU´s  bei der Implementierung eines BEM

Durch die überschaubare Betriebsgröße ist auch eine Transparenz, was Entscheidungen und Arbeitsabläufe angeht, gegeben. Meist bestehen engere Beziehungen zwischen den ArbeitnehmerInnen, die Kommunikation ist eine direkte und offene. Dies ist eine gute Grundlage um potentielle Belastungsfaktoren zu identifizieren und zu verändern.

Dadurch wird aber auch eine größere Flexibilität gewährleistet. Prozesse können schneller initiiert und umgesetzt werden.

Gewachsene Beziehungsstrukturen gehen einher mit einem größeren Verantwortungsbewusstsein, was angestoßene Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und dem Gesundheitserhalt angeht, und haben dadurch in der Regel eine größere Nachhaltigkeit.

Der einzelne Arbeitnehmer kann einen direkteren Zusammenhang zwischen seiner Arbeitsleistung und dem Endergebnis bzw. dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens herstellen. Meist haben die ArbeitnehmerInnen auch einen größeren Handlungsspielraum was ihren Tätigkeitsbereich angeht.

Durch ein gut installiertes BEM wiederum haben die ArbeitnehmerInnen die Möglichkeit die Arbeitsbedingungen mitzugestalten und somit Einfluss zu nehmen auf die Rahmenbedingungen und ihren beruflichen Alltag,  was zu einer größeren Identifikation mit dem Unternehmen und zu einer größeren Motivation und Leistungsfähigkeit führt. Und sich aber auch letztendlich auf die Produktivität des Betriebes auswirkt – womit sich der Kreis wieder schließt.

Bedingt durch die überschaubare Unternehmensstruktur haben die ArbeitnehmerInnen oftmals größeren Einfluss auf Unternehmensentscheidungen hier im Speziellen auf Entscheidungen bzgl. gesundheitsfördernder Maßnahmen. Prozesse, die sich daraus ableiten, sind dadurch sehr bedarfsorientiert, direkt und werden von den Beteiligten (initiiert) mitgetragen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass gerade KMU´s einen hohen Beratungsbedarf haben was Betriebliches Gesundheitsmanagement, im speziellen das BEM, angeht. Und es gilt festzuhalten, dass es zahlreiche Potenziale in diesen Unternehmen gibt, die eine Umsetzung des Instruments BEM erfolgreich werden lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Betriebliches Eingliederungsmanagement für KMU´s (kleine und mittlere Unternehmen)