Gesundheits- und Ressourcenbewusstsein als soziale Kompetenz und Führung als wichtiger Aspekt bei der Gesunderhaltung von Mitarbeitern

 

Die Art und Weise der Mitarbeiterführung und der direkte Zusammenhang mit der Gesundheit von Mitarbeitern stand und steht im Fokus zahlreicher Untersuchungen. Alle Untersuchungen sind sich in ihrem Ergebnis einig darin, dass der praktizierte Führungsstil in Unternehmen einen bedeutenden Einfluss auf das Wohlbefinden im Allgemeinen und das Stressempfinden, die Motivation, die Ideengenerierung und sogar auf die Anzahl der Arbeitsunfälle hat. ( Barling, Loughlin& Kelloway, 2002; Kelloway, Muller & Francis, 2006)

Führungskräfte können im Rahmen eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements aber eine gesundheitsförderliche und ressourcenorientierte Haltung nur einnehmen und an ihre Mitarbeiter weitergeben, wenn sie sich selbst mit diesen Themen auseinandergesetzt und in ihr persönliches Denken und Agieren integriert haben. Führungskräfte, gerade in der mittleren Führungsebene, in der sog. sandwich-position, sind aber oftmals so sehr in die bestehenden Sachzwänge und Vorgaben eingebunden, dass ihnen wenig Raum und Zeit für eine intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema bleibt. Die Priorisierung auf Hard Facts lassen eine Reflexion bzgl. der eigenen Resilienz, dem Umgang mit Veränderungen und Entscheidungsdruck oftmals nicht oder nur rudimentär zu.

Meiner Meinung nach sollte hier bei der Einführung und der Durchführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements der Unterstützung der Führungskräfte bei der Auseinandersetzung mit dem Thema „Gesundheitsbewusster Umgang mit persönlichen Ressourcen“ mehr Gewichtung und Raum beigemessen werden. Und Betriebliches Gesundheitsmanagement bleibt ein Prozess, dem ist auch bei der Unterstützung und Befähigung der Führungskräfte bzgl. dieses Themas Rechnung zu tragen. D.h. mit einem einmaligen workshop oder training ist es nicht getan – es geht um eine Reflexionsmöglichkeit als Begleitung zum beruflichen Alltag.

Gesundheits – und Ressourcenbewusstsein ist sowohl bei Mitarbeitern als auch bei Führungskräften als eine soziale Kompetenz zu sehen und zu bewerten.

Ein Führungsstil, der sich immer wieder in Untersuchungen als sehr förderlich u.a.für das Gesundheitsklima in Unternehmen erwiesen hat, ist der sogenannte transformationale Führungsstil. ( Bass und Avolio, 1985)

Dieser Führungsstil zeichnet sich aus durch:

  1. Individuelles Betrachten der Mitarbeiter (Individual Consideration).                    Die Führungskraft sieht die individuellen Stärken und Ressourcen des Mitarbeiters und bietet als Coach bzw. Mentor Unterstützung bei der Weiterentwicklung.
  2. Inspirierende Motivation (Inspirational Motivation)                                              Die Führungskraft vermittelt sinnstiftende und emotional ansprechende Ziele.
  3. Idealisierter Einfluss (Idealized Influence)                                                            Die Führungskraft genießt das Vertrauen der Mitarbeiter. Sie wird hohen moralischen Ansprüchen gerecht, übernimmt Verantwortung und die Mitarbeiter können sich jederzeit auf sie verlassen. Sie wird als Vorbilder wahrgenommen. All dies muss sich eine Führungskraft erarbeiten.
  4. Intellektuelle Stimulation (Intellectual Stimulation)                                             Die Führungskraft regt sowohl die kreativen und innovativen Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter als auch die kritische Reflexion von Gewohntem an. Weiterhin ermuntert sie ihre Mitarbeiter zu eigenständigem Problemlösen.

Grundsätzlich wirkt sich ein Führungsstil, der sich durch Kommunikation, Transparenz und Verlässlichkeit auszeichnet, förderlich auf das Stressempfinden und Stressverhalten von Mitarbeitern aus. Die empfundene Wertschätzung und der Rückhalt von Vorgesetzten und Kollegen wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter aus. Selbst unliebsame Entscheidungen von Vorgesetzten werden von Mitarbeitern mitgetragen wenn ein Vertrauensverhältnis besteht.

Gesundheits- und Ressourcenbewusstsein als soziale Kompetenz und Führung als wichtiger Aspekt bei der Gesunderhaltung von Mitarbeitern

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